hs-tumbler GmbH
Geschüttelt, nicht gerührt: Die perfekte Vermischung mit Trajektionsmischern
Das Prinzip beruht einfach auf den Gesetzen der Physik: Statt Flüssigkeiten – egal ob zäh oder dünn – mit einem Knethaken, Rührstab oder Schneebesen zu mischen, wird der gesamte Behälter bewegt. Und zwar in vorgegebenen Kurvenbahnen und mit hoher Frequenz. Geschüttelt, nicht gerührt: Durch die initiierten Scherkräfte entsteht die perfekte Ver-Mischung.
Die hs-tumbler GmbH aus Quakenbrück hat damit in der Lebensmittelindustrie Fuß gefasst und möchte seinen Geschäftsbereich nun unter anderem auf die Batterie-Produktion ausweiten. Niedersachsen.next unterstützt, damit die innovativen Ideen die richtigen Wissenschaftler:innen bzw. Akteur:innen finden. Inzwischen ist die TU Braunschweig bzw. das Fraunhofer Institut für Schichten- und Oberflächentechnik (Fraunhofer IST) mit im Boot, weil hier Synergien mit deren Kompetenzen offensichtlich waren.
Gleich mehrere Vorteile der sogenannten Trajektionsmischung zählt Andreas Leitze, Geschäftsführer bei der hs-tumbler GmbH auf: Die zu mischenden Materialien kommen nicht mit fremden Werkstoffen in Berührung. Der Vorgang dauert nur Sekunden statt Stunden und benötigt bis zu 98 Prozent weniger Energie. Egal ob Trockenmasse oder Paste, brei- oder schlamm-artig oder flüssig: Die stündliche Menge kann aktuell bis auf 6 Tonnen vergrößert werden. Noch größere Leistungen sind schon in Planung. Übrigens bedeutet die Abkürzung „hs“ im Firmennamen hs-tumbler „hukelmann’s scherkraft“. Dieser physikalische Grundsatz ist Ursache jeglicher Durchmischung – somit ist das Verfahren universell.
Nach drei Jahren Experimentierzeit wurden dem Unternehmen bereits 6 Patente erteilt, weitere sind angemeldet. Der erste Prototyp entstand einer Garage, in der Firmengründer Bernhard Hukelmann, gelernter Landwirt und studierter Physikingenieur mit MBA, neben seinen Aufgaben im Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik (DIL) tüftelte. Sein Arbeitgeber unterstützte ihn dabei.

Kooperationspartner gesucht
„Seine Geschichte hat dieses System bei der Fleischverarbeitung. Hier wird an einer bestimmten Prozessstelle ein so genannter Tumbler eingesetzt. Dies ist, vereinfacht ausgedrückt, eine Art sehr große Mischmaschine, mit der das Fleisch für die Weiterverarbeitung zum Beispiel mit Flüssigwürze konditioniert wird“, erläutert Co-Gründer Leitze. Dafür gab es dann die Goldmedaille auf der „Anuga FoodTec 24“.
Nun geht es für hs-tumbler darum, das „trajectory mixing“ weiter zu entwickeln und weiter zu etablieren. KI soll helfen, Daten zu erfassen und Geschwindigkeit und Kurven zu optimieren. Sensoren sollen den Qualitätscheck unterstützen. In ein bis zwei Jahren, so der Plan, sollen die Tumbler marktreif sein und ausgerollt werden – im Food-Bereich sowie in der Batterie-Industrie. Hier geht es darum, die sogenannte Slurries, die Liquide für Anoden- und Kathoden, zu mischen und aufzubringen.
Weitere Anwendungsbereiche sind die Pharma-Chemieindustrie. Auch im „Kleinen“ in Parfümerien und Apotheken könnten mit der hs-tumbler-Methode Duftwässer und Heilsalben geschüttelt statt gerührt werden, auch unter Vakuum. hs-tumbler sucht dafür weitere Kooperationspartner.
Darüber hinaus ist das Unternehmen an Forschungsvorhaben zusammen mit Hochschulen, Universitäten und Forschungseinrichtungen interessiert. Insbesondere an der Erforschung der Einsatzmöglichkeiten von KI für die Optimierung der Trajektionskurven sowie an der möglichen Skalierung und Automatisierung des Prozesses im Rahmen der Batteriezellproduktion hat das Unternehmen großes Interesse. Erste Kontakte und Möglichkeiten, bei relevanten Veranstaltungen das innovative Verfahren zu präsentieren, hat TraWeBa bereits vermittelt und steht weiterhin als Ansprechpartner zur Verfügung.
Produktion
hs-tumbler GmbH
Professor-von-Klitzing-Straße 9
49610 Quakenbrück
info@hs-tumbler.com
Tel.: +49 5431 9272580
hs-tumbler.com
Gründungsjahr: 2021
Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: 14
„Wir schätzen den Standort Niedersachsen sehr, weil alles hier begann – in einer „Garage“. Unser Gründer Bernhard Hukelmann ist waschechter Niedersachse. Die Fördermöglichkeiten und das Netzwerk in Niedersachsen sind super. Zu Beginn haben wir das EZN (Erfinderzentrum Norddeutschland) genutzt, dann an der „Transfernale“ (dem Innovationsfestival der Region SüdOstNiedersachsen) teilgenommen und über Niedersachsen.next Startup an der Hannover Messe 2025. Darüber haben wir viele interessante und gute Kontakte gewonnen. Und jetzt, nach 4 Jahren sitzt die TU Braunschweig am Tisch – und wir reden über eine Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IST und eine mögliche Zusammenarbeit mit TraWeBa (TransformationsHub Wertschöpfungskette Energie)“
Andreas Leitze, Geschäftsführer der hs-tumbler GmbH
















