Angesichts der technologischen Umwälzungen im Zuge der Elektromobilität und des damit zusammenhängenden Markteintritts neuer Wettbewerber werden die traditionellen Wettbewerbsstärken der deutschen Automobilindustrie in bisher ungeahnter Weise auf den Prüfstand gestellt. Neue energie- und klimapolitische Rahmensetzungen stellen wesentliche Parameter bisheriger Geschäftsmodelle bei Autoproduzenten und Zulieferern grundsätzlich in Frage. Diese Veränderungen der Mobilität und die damit verbundenen Herausforderungen betreffen das Land Niedersachsen in besonderem Ausmaß. Denn die Automobilwirtschaft ist mit Abstand die wichtigste Industriebranche und Mobilität eines der zentralen Zukunftsthemen des Landes.

Zur Bewältigung dieses Strukturwandels haben die Niedersächsische Landesregierung (Staatskanzlei und Ministerium für Arbeit, Wirtschaft, Verkehr und Digitalisierung), die IG Metall und der Verband der Metallindustriellen Niedersachsen den Strategiedialog Automobilwirtschaft initiiert. Als wichtige industrielle Partner agieren die Volkswagen AG und die Continental AG. Der Strategiedialog hat zur Aufgabe, die Systemtransformation vorrausschauend zu begleiten und zu gestalten, Innovationspotenziale niedersächsischer Unternehmen zu nutzen sowie Beschäftigung und Arbeitsplätze zu sichern. Ziel ist es, die Stärke des Industriestandorts Niedersachsen zu erhalten und auszubauen. Die inhaltliche Arbeit des Strategiedialogs erfolgt in drei themenspezifischen Innovatorenrunden. Diese drei Themenblöcke sind:

  • Innovatorenrunde I: Technologie, Innovation, Wertschöpfungsketten
  • Innovatorenrunde II: Markt und Infrastruktur
  • Innovatorenrunde III: Arbeit und Qualifizierung

Die geplante Projektlaufzeit des Strategiedialogs Automobilwirtschaft in Niedersachsen beträgt drei Jahre. In der Auftaktveranstaltung am 10.5.2019 wurden die Schwerpunkte, Arbeitspakete und Termine für 2019 und 2020 festgelegt. Die Mitglieder der drei Innovatorenrunden werden mindestens zweimal pro Jahr auf der Grundlage ausgewählter Fachthemen tagen. Zur Vertiefung von Fachthemen können Unterarbeitsgruppen eingerichtet und zusätzliche Experten und Expertisen eingeholt werden.

Die Zwischenergebnisse der einzelnen Innovatorenrunden aus 2019 und 2020 werden miteinander vernetzt und in einem iterativen Prozess in Abstimmung mit den Initiatoren in Handlungsempfehlungen, Maßnahmen, Projekte, Pilotvorhaben und mögliche Förderprogramme einfließen. Die Zusammenfassung aller Erkenntnisse erfolgt in einem Abschlussbericht.

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